Lärmszene Aktuell

Es braucht Lärmmessfallen und Bussen, denn wer mit offener Auspuffklappe durch bewohntes Gebiet fährt, ist eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit.

Der Entscheid zur Zuger Altstadt (1C_589/2014, Urteil vom 3. Februar 2016) bestätigt unsere Forderung für Lärmsanierungen: 'Ein Mix aus allem Möglichen, und nicht möglichst Nix' und regt einen Probelauf mit Tempo 30 an.

Der von der Fachstelle Lärmschutz des Tiefbauamtes Kanton Zürich vorgesehene Lärmschutz entlang der Seestrasse in Stäfa reicht nicht aus.

Was der VW-Abgasmess-Skandal in den USA jetzt zutage bringt, praktiziert die Fahrzeugindustrie auch beim Motorenlärm. Die Politik muss ihnen endlich auf die Finger klopfen!

Die Fristen laufen bald ab, aber vielerorts sind Lärmsanierungen in Verzug: Was können betroffene Hauseigentümer tun?

FACT SHEET GESAMTE SCHWEIZ

Zeitperiode 2012 bis 2017 | Basis Daten Bundesamt für Umwelt, Auswertung Lärmliga Schweiz

Grafiken ganze Schweiz

Feststellungen:

  • enorme Anzahl Erleichterungen: 78 Prozent der «sanierten» Strassen schützen über Grenzwert lärmbetroffene Personen trotz enorm hoher Kosten nicht (unter IGW)
  • enorme Unterschiede zwischen den Kantonen bezüglich Kosten/Nutzen-Effizienz
  • lärmarme Beläge und Temporeduktionen hätten ein Vielfaches an Potenzial und signifikant bessere Kosten/Nutzen-Verhältnisse
  • enorme Summen für Lärmschutzwände investiert, die geringsten Nutzen bringen (z.B. Kanton BE 73 Mio. für bedingten Nutzen für 1818 Personen)
  • Daten der Kantone sind teilweise äusserst mangelhaft, Frage nach Effizienz des Controlling durch den Bund

«Schein-Sanierungen»: Anteil «erleichterte» Personen = Personen ohne oder zu wenig Schutzwirkung

Sanierungsmassnahmen zwar administrativ durchgeführt, jedoch ohne oder zu wenig Schutzwirkung für lärmbetroffene Personen im Sinne der Lärmschutzverordnung

78 %

Betroffene über Grenzwert (IGW) vor Sanierung

 

1.247 Millionen Personen

Betroffene über Grenzwert (IGW) nach Sanierung

= nicht geschützte Personen

1.012 Millionen Personen

vollständig geschützte Betroffene (unter IGW)

 

235'000 Personen

Kosten

nur externe Leistungen für Sanierungsprogramme, Lärmkatasterkosten, juristische Leistungen, ohne Kosten Behörden intern

1.8 Milliarden CHF

Beiträge Bund

 

421 Millionen

(externe) Kosten pro geschützte Person

Wert 2012 bis 2017 über Gesamtkosten aller Massnahmen inklusive Schallschutzfenster

7’700 CHF

Kosten pro Person mit Nutzen (nicht unbedingt unter IGW)

für Strassenbeläge

1227 CHF

für Verkehrsberuhigung (Tempo)

503 CHF

für Lärmschutzwände

12'167 CHF

für Schallschutzfenster

1003 CHF

Effizienz:
Kosten pro Person mit gewissem Nutzen (nicht unbedingt unter IGW)

Aufwand für Beläge, Verkehrsberuhigung, Lärmschutzwände (ohne Schallschutzfenster) / Personen mit Nutzen (nicht unbedingt vollständig geschützt bzw. unter IGW)

1'679 CHF