Lärmmessungen

Lärmmessung, Apps

Wie misst man Lärm und was taugen Apps?

Wie Lärmmessungen und -berechnungen funktionieren

Lärm kann man mit geeigneten Geräten messen. Viele Rechtsvorschriften schreiben jedoch die Berechnung der Lärmbelastung bzw. Messungen über einen längeren Zeitraum und zu unterschiedlichen Tageszeiten vor. Die Lärmwirkung hängt neben der Lautstärke auch vom zeitlichen Verlauf eines Schallereignisses ab und unterliegt Schwankungen, zum Beispiel an wenig befahrenen Strassen oder an Schienenwegen.

Entsprechend wird zur amtlich gültigen Bewertung der Schallpegel* zeitlich gemittelt (Mittelungspegel) und unter Berücksichtigung seiner Charakteristik mittels Korrekturfaktoren ein sogenannter Beurteilungspegel erstellt. Eine kurzzeitige Lärmmessung wäre bloss eine Momentaufnahme und würde nicht alle Einflüsse berücksichtigen. Insbesondere bei Flugzeug-, Strassen- und Schienenlärm ist dieser berechnete Wert der Lärmimmissionen die Basis sowohl für die Lärmvorsorge als auch für die Lärmsanierung und damit das Anrecht auf Massnahmen zur Lärmminderung. Gerade bei stark variierenden Lärmquellen (Bahnlinie, Strasse) ist es jedoch kaum möglich den gesetzlichen Mittelungspegel zu messen, der mit den Grenzwerten der Lärmschutzverordnung verglichen werden kann.

Was taugen Schallpegelmessungen mit Smartphone-Apps?

Es gibt für Smartphones eine Reihe von Apps, die zur Schallpegelmessung* dienen. Für Laien ist die Anwendung jedoch schwierig zu verstehen und die Genauigkeit der Resultate unsicher. Für die behördentaugliche Ermittlung von Verkehrs- oder Gewerbelärm ist zusätzlich zu einem genauen Pegelmessgerät Fachwissen über die Rechtsvorschriften und Erfahrung mit Korrekturwerten notwendig.

Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und Cercle Bruit hat die EMPA, Abteilung Akustik/ Lärmminderung verschiedene Apps auf unterschiedlichen Smartphones auf ihre Eignung und Genauigkeit überprüft. Beim Test zeigten sich grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Smartphone-Geräten und den eingesetzten Apps. Von den rund 120 bestehenden Schallpegelmess-Apps waren die meisten unbrauchbar. Die wenigen als gut eingestuften Apps wurden auf ihre Tauglichkeit als Schallpegelmessgerät untersucht. Bei den besten Geräten gelangen auch ohne Kalibrierung sehr genaue Messungen. Wir fassen kurz zusammen:

Mit Abstand die besten Ergebnisse zeigt die App Noise Immission Analyzer auf dem iPhone (CHF 3.00) und mit leichten Abstrichen auf dem iPad. Die App funktioniert nur mit dem eingebauten Mikrophon. Nebst dem ausgezeichneten Frequenzgang und Dynamikverhalten ist die absolute Pegelgenauigkeit (> als 1 dB(A) bei allen drei Geräten: iPhone 4, iPhone 5 und iPad überraschend positiv ausgefallen. Im Frequenzbereich zwischen 63 Hz und 13 kHz und im Pegelbereich zwischen 30 und 110 dB(A) wurde der Leq auf 1 bis 2 dB(A) genau ermittelt.

Ebenfalls auf dem iPhone 5 noch brauchbar, aber mit einer grösseren Unsicherheit verbunden sind
. SoundMeter 3.3.1
. SPL Pro"
(und dem iPad)
Bei de Android-Geräten wurden die Apps AudioTool 6.3.1. (CHF 7.50) sowie NoiseMeter 2.5 (kostenlos) als gut bewertet.
Wir erachten AudioTool. 6.1.1 als einfacher zu bedienen, und zudem ist hier keine Kalibrierung erforderlich.

Als generelles Problem stellte sich bei den eingebauten Mikrofonen die Windempfindlichkeit heraus, die zu erheblichen Fehlergebnissen führen kann.

Resultate und weitere Hinweise zu den getesteten Lärmmessungs-Apps «Das Smartphone als Schallpegelmessgerät» unter: www.laerm.ch

Den vollständigen Messbericht sowie die Angaben zur Berechnung finden Sie unter:
www.bafu.admin.ch

Firmenverzeichnis Lärmschutz und -messungen

Ein Verzeichnis verschiedener Firmen, die Lärmmessungen oder Lärmschutz anbieten finden Sie, aufgegliedert nach Kantonen, hier: www.laerm.ch

* Ein Schallpegel kann durch Messung oder Berechnung ermittelt werden. Zur störungsgerechten Beurteilung von Lärm wird aus dem Schallpegel durch Berücksichtigung der spezifischen Schallcharakteristiken (zeitliches Auftreten, Impulshaltigkeit, Tonhaltigkeit, etc.) ein Beurteilungspegel Lr gebildet, welcher mit den gesetzlich verankerten Belastungsgrenzwerten zu vergleichen ist. (Quelle BAFU)