Lärmszene Aktuell

Es braucht Lärmmessfallen und Bussen, denn wer mit offener Auspuffklappe durch bewohntes Gebiet fährt, ist eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit.

Der Entscheid zur Zuger Altstadt (1C_589/2014, Urteil vom 3. Februar 2016) bestätigt unsere Forderung für Lärmsanierungen: 'Ein Mix aus allem Möglichen, und nicht möglichst Nix' und regt einen Probelauf mit Tempo 30 an.

Der von der Fachstelle Lärmschutz des Tiefbauamtes Kanton Zürich vorgesehene Lärmschutz entlang der Seestrasse in Stäfa reicht nicht aus.

Was der VW-Abgasmess-Skandal in den USA jetzt zutage bringt, praktiziert die Fahrzeugindustrie auch beim Motorenlärm. Die Politik muss ihnen endlich auf die Finger klopfen!

Die Friste ist per Ende März 2018 abgelaufen, aber vielerorts sind Kantone und Gemeinden mit den Lärmsanierungen in Verzug oder haben nur zum Schein saniert: Was können betroffene Hauseigentümer tun?

FACT SHEET KANTON GENF

Zeitperiode 2012 bis 2017 | Basis Daten Bundesamt für Umwelt, Auswertung Lärmliga Schweiz

Feststellungen:

  • Genf ist als städtisch geprägter Kanton mit entsprechend viel Verkehr und hoher, "konzentrierter" Lärmbelastung einer der Spitzenreiter beim Lärmschutz. 49 Prozent der an sanierten Strassen lebenden lärmbetroffenen Personen sind geschützt und nicht mehr über IGW belastet – bei Ausgaben von bloss 969 CHF pro Person, die mindestens von einer gefühlten Halbierung des Lärms profitiert.
  • Genf erntet so die Früchte einer konsequent seit ca. 15 Jahren gefahrenen Strategie der Lärmbekämpfung an der Quelle und für den kleinen Kanton hohen Ausgaben von 162.2 Mio CHF
  • sehr hohe Kosten/Nutzen-Effizienz
  • auf’s richtige Pferd gesetzt: die Kombination von lärmarmen Belägen auf 238 km und Temporeduktionen auf 64 km erzielt die gute Schutzwirkung und die hervorragende Kosten-/Nutzen-Effizienz
  • Wesentliches Kriterium für die Wahl der lärmarmen Beläge war ihr Schallschluck-Vermögen; dabei wurden Risiken bezüglich möglicher geringerer Lebensdauer in Kauf genommen
  • Der Kanton ist bezüglich lärmarmer Beläge Pionier in der Schweiz
 

«Schein-Sanierungen»: «erleichterte» Personen = Personen ohne oder mit zu wenig Schutzwirkung in Prozent

Sanierungsmassnahmen zwar administrativ durchgeführt, jedoch ohne oder mit zu wenig Schutzwirkung für lärmbetroffene Personen im Sinne der Lärmschutzverordnung

51 %

Betroffene über Grenzwert (IGW) vor Sanierung

 

125’729

Personen

Betroffene über Grenzwert (IGW) nach Sanierung

= nicht geschützte Personen

64’004

Personen

vollständig geschützte Betroffene (unter IGW)

 

61’725

Personen

Kosten

nur externe Leistungen für Sanierungsprogramme, Lärmkatasterkosten, juristische Leistungen, ohne Kosten Behörden intern

162.2 Millionen CHF

Beiträge Bund

 

47.3 Mio. CHF

(externe) Kosten pro effektiv geschützte Person

Wert 2012 bis 2017 über Gesamtkosten aller Massnahmen inklusive Schallschutzfenster

2'628 CHF

Kosten pro Person mit Nutzen (nicht unbedingt unter IGW)

für Strassenbeläge

1'172 CHF

für Verkehrsberuhigung (Tempo)

278 CHF

für Lärmschutzwände

16’906 CHF

für Schallschutzfenster

692 CHF

Effizienz:
Kosten pro Person mit gewissem Nutzen (nicht unbedingt unter IGW)

Aufwand für Beläge, Verkehrsberuhigung, Lärmschutzwände (ohne Schallschutzfenster) / Personen mit Nutzen (nicht unbedingt vollständig geschützt bzw. unter IGW)

969 CHF