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Sirenentest, wo Lärm nützt und wo er schadet
Werner Kälin, Vorstand Lärmliga

Werner Kälin,
Kommunikationsberater,
Mitarbeit im Vorstand der Lärmliga

Wann Lärm nützt und wann er schadet

Jeden ersten Mittwoch im Februar werden die Sirenen getestet. Worum geht bei dieser lautstarken jährlichen Tradition? Lesen Sie weiter, wie wir uns alarmbereit machen und darüber, was sich sonst noch mit Alarm verbinden lässt.

Am 3. Februar 2021 um 13.30 Uhr heult der «Allgemeine Alarm». Ab 14.15 Uhr sind im Gefahrengebiet unterhalb von Stauanlagen tiefe Dauertöne zu hören – der «Wasseralarm». So weit, so gut – aber wie sieht es im Ernstfall aus? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz schreibt zum «Allgemeinen Alarm»: Radio hören, den Anweisungen folgen, Nachbarn informieren. Beim «Wasseralarm» ist das gefährdete Gebiet sofort zu verlassen. Die Alertswiss-App ergänzt dieses Alarmierungs- und Informationssystem.

Das Gehör schläft nie

Eines unserer Sinnesorgane ist besonders auf Alarm getrimmt. Unsere Ohren sind auch – und erst recht – im Schlaf in Alarmbereitschaft. Als Schutzfunktion wecken uns schon leise Geräusche ab einem Pegel von 40 Dezibel. Wer durch plötzlichen Lärm über diesem Grenzwert geweckt wird, spürt schon mal unangenehm-heftiges Herzklopfen. Ist der Lärm – das Wort stammt übrigens vom italienischen all’arme! (zu den Waffen!) und ist mit Alarm verwandt – auf eine tatsächliche Gefährdung zurückzuführen, auf welche zum Beispiel die alljährlich getesteten Sirenen hinweisen, rettet er Leben. Tritt der Lärm unnötig und oft auf, gefährdet er mittel- bis langfristig die Gesundheit.

Unnötiger Lärm macht krank

Eltern wissen: Kinderohren sind besonders empfindlich. Lärmstress kann aber auch via Stoffwechsel zu Diabetes führen, löst Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Probleme aus. Lärm ist gemäss WHO das zweitgrösste Gesundheitsproblem in Europa. Verkehrslärm ist die Hauptursache. Über die gesundheitlichen Risiken des Strassenverkehrs-, Schienen- und Fluglärms forscht die Sirene-Studie seit 2014. Wie Sie sich bei Lärmgefährdung Gehör verschaffen können, erfahren Sie zum Beispiel bei den kommunalen oder kantonalen Lärmschutzverantwortlichen, die sich unter dem Cercle de Bruit vereinigen – oder an einer Beratung mit den Expertinnen und Experten der Lärmliga Schweiz.

Petition «Stopp den Lärmposern»

Die Menschen in der Schweiz haben das unnötig laute Gedröhne von Motorrädern, schweren SUVs und Sportwagen satt. Es sind zu viele davon unterwegs. Inzwischen wird jedes zweite schwere Motorrad mit Auspuffklappen verkauft. Viele SUVs und Sportwagen haben darüber hinaus elektronische «Klang»-Verstärker. Deshalb hat die Lärmliga Schweiz eine Petition lanciert, die Lärmblitzer und harte Grenzwerte fordert. Unterschreiben Sie hier für eine Schweiz, die weniger zur Lärmwaffe greift.

 

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