Bahnlärm allgemein

Bahnverkehr Zug um Zug

Immer mehr Züge, aber endlich wird uralte Technik ersetzt

Die Bahn ist ein leistungsfähiges und umweltschonendes Verkehrsmittel, das weiter ausgebaut werden soll. Für Menschen, die in der Nähe von Bahnlinien wohnen und arbeiten, ist sie aber auch eine lästige und krankmachende Lärmquelle. Der Bund hat deshalb Gegenmassnahmen ergriffen, damit die Lebensqualität der Anwohnenden von wichtigen Verkehrsachsen verbessert und ihre Gesundheit geschützt werden kann. Ein erstes Programm zur Lärmsanierung bei der Eisenbahn wurde um die Jahrtausendwende gestartet. Das Parlament stellte hierfür 1,854 Milliarden Franken zur Verfügung. Im Rahmen dieses Programms wurde bis 2016 das schweizerische Rollmaterial im Personen- und Güterverkehr vollständig saniert, und es wurden rund 276 Kilometer Lärmschutzwände erstellt und über 70'000 Schallschutzfenster eingebaut.

Bereits 2013 beschloss das Parlament, mit einem Teil des Restkredits aus dem ersten Lärmschutzprogramm ein Nachfolgeprogramm zu finanzieren. Es stehen insgesamt 1,515 Milliarden Franken (Preisbasis Okt. 1998) zur Verfügung. Die wichtigste Massnahme dieses zweiten Pakets ist die Einführung eines verbindlichen Emissionsgrenzwerts für Güterwagen - auch solche von ausländischen Wagenhaltern. Damit ist in der Schweiz seit Anfang 2020 der Betrieb lärmiger Fahrzeuge mit Grauguss-Bremssohlen verboten. Weitere Elemente des zweiten Lärmschutz-Pakets sind Finanzhilfen für den Erwerb und Betrieb von besonders leisen Güterwagen sowie die Stärkung der Ressortforschung im Bereich Eisenbahnlärm.

Bericht vom Bundesamt für Umwelt (BAFU):
Lärmbelastung in der Schweiz 2018

Jahresbericht vom Bundesamt für Verkehr (BAV) zu Einsenbahnlärm:
Monitoring Eisenbahnlärm 2019

 

Noch immer keine gesetzlichen Grenzwerte für Erschütterungen und Körperschall von Schienenverkehrsanlagen

Gemäss Artikel 15 des Umweltschutzgesetzes soll der Bund die Immissionsgrenzwerte für Erschütterungen und Körperschall so festlegen, dass Belastungen unterhalb dieser Limiten die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören. Skandalös ist, dass es bis jetzt noch immer keine Ausführungsverordnung gibt. Die Problematik ist zwar sehr komplex und die Sanierung der entsprechenden Bahnanlagen verursacht hohe Kosten. Dennoch fordert die Lärmliga Schweiz von allen beteiligten Behörden und von den Bahnbetrieben nun endlich vorwärts zu machen und die Finanzierung zu sichern und mit der Sanierung zu beginnen.

Als Übergangslösung gilt bereits seit 1999 die gemeinsam mit dem Bundesamt für Verkehr BAV erarbeitete Vollzugshilfe für die Beurteilung von Erschütterungen und Körperschall bei Schienenverkehrsanlagen (BEKS) von 1999.

Mehr dazu finden Sie hier.

zurück